Myopie-Management Hamburg
Kurzsichtigkeit braucht weitsichtiges Handeln.

Wächst das Auge zu lang, wird die Sicht zu kurz. Ein neues Verfahren hilft, bei Kindern schon früh vorzusorgen.
Was ist Kurzsichtigkeit?
Kurzsichtigkeit, medizinisch Myopie, bedeutet: Dinge in der Nähe werden gut erkannt, in der Ferne aber unscharf gesehen. Meist liegt das daran, dass das Auge zu lang gewachsen ist. Das scharfe Bild entsteht dann nicht direkt auf der Netzhaut, sondern davor.
Kurzsichtigkeit beginnt meistens im Kindesalter, zwischen dem 6. und 15. Lebensjahr und verläuft bei jedem Kind anders. Je früher sie auftritt, desto stärker entwickeln sich im Laufe der Jahre die Fehlsichtigkeitswerte, die dann später korrigiert werden müssen. Wir bieten Ihnen daher in unseren Augenzentren eine frühzeitige Kontrolle an.
Wie entsteht Kurzsichtigkeit?
Ob ein Kind kurzsichtig wird, hängt auch von der Veranlagung ab. Sind die Eltern kurzsichtig, steigt das Risiko: von etwa 10 % ohne kurzsichtige Eltern auf rund 30 % bei einem kurzsichtigen Elternteil – und auf etwa 60 %, wenn beide Eltern betroffen sind. Aber Gene sind nicht alles. Viele Kinder werden kurzsichtig, obwohl ihre Eltern gut sehen.
Wissenschaftliche Datenerhebungen zeigen, dass Kurzsichtigkeit weltweit stark zunimmt und dass auch veränderte Alltagsgewohnheiten bei Kindern eine große Rolle spielen. Wenig Tageslicht und viel Naharbeit, z.B. Lesen, Smartphone oder Tablet können Kurzsichtigkeit begünstigen.
Deshalb gilt: Kinder sollten möglichst jeden Tag viel Zeit draußen verbringen.
Für ergänzende Informationen: Referenzzentrum Myopie-Management
Das beste Mittel gegen Spätfolgen: Früherkennung.
Ein zu lang gewachsenes Auge wird später nicht wieder kürzer. Eine starke Kurzsichtigkeit kann außerdem im Erwachsenenalter das Risiko für bestimmte Augenerkrankungen deutlich erhöhen, zum Beispiel an der Netzhaut oder der Makula.
Die gute Nachricht: Bei Kindern und Jugendlichen lässt sich mit gezielten Maßnahmen das Längenwachstum des Auges und damit das Fortschreiten der Kurzsichtigkeit oft verlangsamen.
Regelmäßige Kontrollen und ein neues Verfahren zeigen früh, ob ein erhöhtes Risiko besteht – und wie sich die Kurzsichtigkeit entwickelt.
Präzise Messdaten zeigen, welche Unterstützung sinnvoll ist, um gegenzusteuern.
Früherkennung durch präzise Messung.
Kurzsichtigkeit bei Kindern entwickelt sich oft schleichend. Mit dem Lenstar Myopia von Haag-Streit können wir die Augenlänge Ihres Kindes besonders genau messen und Veränderungen frühzeitig erkennen. So sehen wir, ob und wie schnell die Kurzsichtigkeit zunimmt.
Die Ergebnisse vergleichen wir mit früheren Messungen und altersgerechten Referenzwerten.
Daraus entsteht eine persönliche Entwicklungskurve für das Auge Ihres Kindes. Sie hilft uns, den Verlauf besser zu verstehen, Behandlungen gezielter auszuwählen und ihre Wirkung zuverlässig zu beurteilen.
Gemeinsam besprechen wir individuelle Therapieoptionen, um das Fortschreiten der Kurzsichtigkeit möglichst zu verlangsamen, von DIMS-Brillengläsern über Ortho-K-Kontaktlinsen bis hin zur Atropin-Therapie.
Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten, ist kontaktlos und völlig schmerzfrei.
Empfehlungen für den Alltag:
Eine bestehende Kurzsichtigkeit lässt sich nicht rückgängig machen. Aber es gibt einfache Dinge, die helfen können, das Fortschreiten zu bremsen:
- täglich 1–2 Stunden draußen sein
- bei gutem Licht lesen
- mindestens 30 cm Abstand beim Lesen einhalten
-
regelmäßig Pausen machen und in die Ferne schauen
- Smartphone, Tablet und andere Bildschirme bewusst nutzen
- regelmäßige Kontrollen in der Augenpraxis wahrnehmen
Risiko schwerer Augenerkrankungen bei Kurzsichtigkeit im Erwachsenenalter im Vergleich zur Normalsichtigkeit.

Quelle: Angelehnt an Daten der Fachpublikationen der Augeninfo der DOG (2022) sowie Ian Flitcroft, 2012
„Wächst das Auge zu lang, wird die Sicht zu kurz. Mit einem neuen Verfahren sehen wir frühzeitig, wenn sich etwas verändert.“
Dr. Kerstin Galambos




Normalsichtigkeit: Brennpunkt auf der Netzhaut.

Kurzsichtigkeit: Brennpunkt vor der Netzhaut.